Hier mal ein Geständnis: Finnisch-Lappland im Sommer ist phantastisch. Die hellen Nächte, die grünen Wälder, die tiefblauen Seen und dann die Juhannispartys überall – zum Schwelgen grandios. Finnisch-Lappland ist aber auch im Winter ein Märchen. Eine endlose, stille weisse Weite, die dich einlullt wie eine Bettdecke. Auf dem Hundeschlitten durch die Schneelandschaft sausen – oder noch besser, das Hundeteam selber steuern – gehört für mich mit zum Grössten.

Aber. Wann immer ich die Einheimischen nach ihrer Lieblingszeit fragt, lautete die Antwort nicht Sommer. Auch nicht Winter. Sondern: Ruska. Stellen Sie sich ein rollendes R und ein langgezogenes U vor und dazu einen sehr, sehr schwärmerischen Unterton: Ruuuska. Ruska ist der frühe Herbst, wenn die unzähligen Bäume bunt werden und der Waldboden aussieht wie ein farbiger Wollteppich und wenn zwischen roten Staudenblätter satt und prall Heidelbeeren hängen, unglaublich viele.

Und nun war ich da. Als Ruska begann. Und ich kann sagen: Ja, ich verstehe die Einheimischen. Der Sommer ist gross, der Winter ist gross, aber Ruska – das lässt sich nicht beschreiben. Für meine Nordland-Reportage habe ich es versucht. Nachzulesen im Oktober. Fürs Erste lasse ich ein paar Bilder sprechen.